Auftakt

Ab heute, 21. März, Welttag der Poesie, möchte ich sieben Tage lang mit euch über Fragen zur Genesis nachdenken; aktuelle, historische, ästhetische, politische usw. Jeden der besagten Tage wedet ihr dazu eine Frage auf diesem Blog und auf Facebook finden. Ausgewählte Texte, spannende Kommentare und Ideen werden in einem Ebook bei mikrotext erscheinen, zusammen mit einem Essay von mir. Die Form der Kommentare bleibt offen, es kann sich um Gedichte handeln, Prosa oder kurze wissenschaftliche Abhandlungen, Traktate und Pamphlete.

Ich freue mich auf eure Schöpfungen!

Jan Kuhlbrodt

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5 Gedanken zu „Auftakt

  1. Schöpfungsschreie

    Hymne der Schöpfung

    Zwischen Vogelgrippe oder Schweinegrippe
    Steht der Mensch. – Schwach
    Zwischen erstem Schrei und letztem Seufzer
    Der Magen knurrt sein ganzes Leben.
    Die Därme geben keinen Furz mehr frei.
    Nichts ist uns fremd.

    Was fragt die Leber, was die Niere?
    Sackratten und Filzläuse?
    Farbenpracht und Regenbogen der Galle.
    Man sieht nur mit dem Tripper gut.
    Auf der Krebsstation wird wieder mal gefeiert.
    Die Blase füllt die Nacht.
    Und von der Knolle wächst die Welt.

    Welches Organ ist Krone dieser Schöpfung?
    Wer reißt den Schlund auf, wer den Arsch?
    Die Sau die hat den Menschen gemacht.
    So, wie er liegt gekühlt und blau im Leichenhaus.
    Bis man ihn brennt und in die Welt verstreut.

    Schöpfungsstunde

    Nun kommt die Stunde,
    In der die Worte aufgestiegen
    Heraufgeworfen
    Waren da,
    Wo vorher nichts
    Von ihnen war

    Doch,
    Als der Dämmerzustand
    Endete
    Da war ich leer und hungernd,
    Taumelnd

    Schöpfung
    Für Schiller
    Der Not gehorchend, nicht dem Eigenen..
    Höher im Verstand auf längere Zeit
    – Sir geben sie Gedankenfreiheit –
    Ist nichts mehr geliebt als die Wahrheit.
    Doch wo stehen wir heute?

    Verstand verkettet zum Ganzen.
    Bruchstückhaft der Gang der Welt
    Es lebe der Dichterkönig.
    Es lebe der Idealismus.

    Hochzeit der Dramen
    Leerer Schädel auf dem Schreibtisch
    So vergehen die Götter.
    Die Freiheit war sein Evangelium.
    – Ich liebe Schiller ein Leben lang –
    Nun sei mir Spiegel Dichter!

    Freiheit ja, niemals
    Gleichheit und Brüderlichkeit
    Freiheit nicht höherem Wesen
    Freiheit nur seinem Innern
    Alles; nicht bloß Gedanken

    Nah der Schöpfung stehen die Dichter.
    Fliegen sie den Bienen gleich.
    Honig strömend aus den Büschen
    Wie sie hier für Götter sprechen.

    Weinen, etwas mehr Gefühle.
    Etwas mehr Empfindsamkeiten
    Eine Parabel für die Seele

    © Manfred H. Freude

  2. Reblogged this on Lyrikfreude Blog und kommentierte:
    Hymne der Schöpfung

    Zwischen Vogelgrippe oder Schweinegrippe
    Steht der Mensch. – Schwach
    Zwischen erstem Schrei und letztem Seufzer
    Der Magen knurrt sein ganzes Leben.
    Die Därme geben keinen Furz mehr frei.
    Nichts ist uns fremd.

    Was fragt die Leber, was die Niere?
    Sackratten und Filzläuse?
    Farbenpracht und Regenbogen der Galle.
    Man sieht nur mit dem Tripper gut.
    Auf der Krebsstation wird wieder mal gefeiert.
    Die Blase füllt die Nacht.
    Und von der Knolle wächst die Welt.

    Welches Organ ist Krone dieser Schöpfung?
    Wer reißt den Schlund auf, wer den Arsch?
    Die Sau die hat den Menschen gemacht.
    So, wie er liegt gekühlt und blau im Leichenhaus.
    Bis man ihn brennt und in die Welt verstreut.

    Schöpfungsstunde

    Nun kommt die Stunde,
    In der die Worte aufgestiegen
    Heraufgeworfen
    Waren da,
    Wo vorher nichts
    Von ihnen war

    Doch,
    Als der Dämmerzustand
    Endete
    Da war ich leer und hungernd,
    Taumelnd

    Schöpfung
    Für Schiller
    Der Not gehorchend, nicht dem Eigenen..
    Höher im Verstand auf längere Zeit
    – Sir geben sie Gedankenfreiheit –
    Ist nichts mehr geliebt als die Wahrheit.
    Doch wo stehen wir heute?

    Verstand verkettet zum Ganzen.
    Bruchstückhaft der Gang der Welt
    Es lebe der Dichterkönig.
    Es lebe der Idealismus.

    Hochzeit der Dramen
    Leerer Schädel auf dem Schreibtisch
    So vergehen die Götter.
    Die Freiheit war sein Evangelium.
    – Ich liebe Schiller ein Leben lang –
    Nun sei mir Spiegel Dichter!

    Freiheit ja, niemals
    Gleichheit und Brüderlichkeit
    Freiheit nicht höherem Wesen
    Freiheit nur seinem Innern
    Alles; nicht bloß Gedanken

    Nah der Schöpfung stehen die Dichter.
    Fliegen sie den Bienen gleich.
    Honig strömend aus den Büschen
    Wie sie hier für Götter sprechen.

    Weinen, etwas mehr Gefühle.
    Etwas mehr Empfindsamkeiten
    Eine Parabel für die Seele

    © Manfred H. Freude

  3. auf fb gab es am dritten tag folgenden dialog:
    vielleicht als ein vorwort:
    Michael Gratz gott hat das glaube ich nicht gemacht, am 3. über denh 2. raisonieren. oder erst am siebten

    Jan Kuhlbrodt was wissen wir schon?

    Elke Engelhardt eben. vielleicht bereut er bis heute, dass er eben das nicht getan hat…

    Michael Gratz und wenn ers getan hätte, wär er kaum bis zum 6. weitergegangen, und wir hätten das problem nicht und kein andres, nicht mal unser größtes, uns selber

    Jan Kuhlbrodt und wenn ich sage, dass ich mir eine freude bin?

    Michael Gratz dann sagst du es.

    Jan Kuhlbrodt positivist!

    Michael Gratz du bestreitest es?

    Jan Kuhlbrodt nein, ich suche nach der bedeutung

    Michael Gratz ja, das ist ein unterschied. ich bin philologe, mir reicht erst mal ein text

    Jan Kuhlbrodt aber ist der text nur die buchstaben oder die gesamte textur mit konnotationen und lesarten?

    Michael Gratz wenns gelingt ist er mir eine eine freude

  4. nachtrag:
    Michael Gratz übrigens alles was du nennst, buchstaben textur konnotationen lesarten… ist der text, und liegt diesseits der bedeutung. ich meine, damit hat man schon genug zu tun. genug auszuforschen. genug freude.

  5. „Vernunft ist mithin ein Gewahrwerden der Unverfügbarkeit des Ursprungs. Aus diesem Grund meint Vernunft unweigerlich auch den Rekurs auf die Schrift, die das Versprechen des Sinns und der Gegenwart eines sich dem Begriff entziehenden Ursprungs immer schon birgt. In diesem Rekurs auf die Schrift wird die Philosophie zur Hermeneutik, wird die metaphysische Vernunft zur hermeneutischen Vernunft und schließlich zum Fokus einer Hermeneutik der Existenz im Angesicht des zeitlosen Versprechens der Schrift – die mithin die eigene Existenz nicht anders zu verstehen mag denn als figura, wo in der Differenz und nur in der Differenz, je neu die Mitte zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Mannigfaltigkeit und Einheit sich realisiert. “

    NIKOLAUS LARGIER: FIGURATA LOCUTIO. Hermeneutik und Philosophoe bei Eckhart von Hochheim und HEinrich Seuse, in Jacobi, Klaus (hg): Meister Eckhart. Berlin 1997. Seite 326.

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